Dennis Prager Radioshow Listeners Germany

talking about everything in life

Dennis Prager Radioshow Listeners Germany random header image

Obamas naive Rede in Berlin (Teil 1)

August 15th, 2008 by Füchsin · No Comments

Obamas naive Rede in Berlin

Von Dennis Prager.

Dennis Prager is a nationally syndicated radio talk show host and columnist in the United States. Please find more informations about Dennis Prager and his books, lectures and radio shows on www.PragerRadio.com
Kolumne vom 29. Juli 2008


© Ulrich Baumhögger - Fotolia.com

Anmerkung von Füchsin, der Übersetzerin: Die heutigen amerikanischen „Liberals“ (Democratic Party) in den USA haben wirtschaftspolitisch eher Schnittmengen mit der deutschen CDU, SPD bis hin zur Linken, sowie mit den sozialpolitisch liberalen Positionen der FDP, während die amerikanischen „Conservatives“ (Republican Party) eher Schnittmengen mit den sozialpolitisch konservativen Positionen der CDU/CSU und der Wirtschaftsliberalität der FDP haben.
Die amerikanischen Demokraten, die sich als liberal bezeichnen, dürfen also inhaltlich keinesfalls mit den deutschen Liberalen gleichgesetzt werden. Gleiches gilt natürlich für die amerikanischen Republikaner. Für beide Parteien gibt es in Deutschland keine entsprechende Partei.

Um Barack Obama besser zu verstehen, kann man sich seine Rede in Berlin vor 200.000 Deutschen für eine erste Analyse näher ansehen. Wie wir jedoch sehen werden, wissen wir nach dieser Rede nicht genauer über sein Geschichtsverständnis Bescheid, auch nicht über Amerikas Rolle in der Welt und – neben anderen wichtigen Themen – nicht darüber, was gegen das Böse getan werden kann.

Obama: „Wie so viele andere Menschen an vergessenen Orten der Welt stellte mein Vater am Höhepunkt des Kalten Krieges entschlossen fest, dass seine Sehnsucht – sein Traum – die Freiheit und Chancen voraussetzten, die der Westen versprach.“

Die der Westen versprach? Oder die Amerika versprach? Es war nicht „der Westen“, in den Obamas Vater ging, es war Amerika. Während des Kalten Krieges war es nicht „der Westen“, der den Kampf um die Aufrecherhaltung der westlichen Freiheit anführte, sondern es war Amerika. Obama räumt diesen Punkt in seinem nächsten Satz ein: „Und daher schrieb er einen Brief nach dem anderen an Universitäten in ganz Amerika, bis jemand sein Gebet für ein besseres Leben erhörte.“

Obamas Rede war ein Lobgesang für den Westen, ganz besonders für Deutschland, das während des Kalten Krieges für die Freiheit kämpfte. Während seiner Ansprache setzte er Deutschlands Anteil daran, den Kommunismus besiegt zu haben, mit dem Anteil Amerikas gleich.

Obama: „Und Sie wissen, dass der einzige Grund dafür, dass wir heute Abend hier stehen, ist, dass sowohl Männer als auch Frauen unserer beider Nationen mit vereinten Kräften für dieses bessere Leben gearbeitet, gerungen und Opfer gebracht haben.”

Man kann verstehen und sogar erwarten, dass ein Amerikaner, der in Deutschland spricht, den Deutschen Komplimente macht. Nichtsdestotrotz ist es eine ziemliche Übertreibung zu behaupten, dass der „einzige Grund“ dafür, dass er und die Zuhörermenge in einem freien Berlin stehen, dass Männer und Frauen beider Länder Opfer für dieses bessere Leben erbracht haben. Amerikaner haben sehr viel mehr Opfer erbracht als Deutsche. Die traurige Wahrheit ist, dass – mit ein paar heldenhaften Ausnahmen –Deutsche auf der Rechten Hitler unterstützt haben und dass während des Kalten Krieges Deutsche auf der Linken mehr gegen die Vereinigten Staaten als gegen die Sowjetunion gekämpft haben. Als Ronald Reagen nach Berlin kam, protestierten Zehntausende Deutsche gegen seinen Besuch – viele davon vermutlich mit der gleichen Geisteshaltung wie diejenigen, die gekommen waren, um Barack Obama zu hören.

Obama: „Die Größe unserer Militärkraft war kein Gegenstück zur sehr viel größeren Sowjetarmee. Rückzug jedoch hätte dem Kommunismus erlaubt, einen Siegeszug über Europa anzutreten.“

Ist das nicht genau der Punkt an dem wir uns im Augenblick befinden, wenn wir an den Rückzug im Irak denken, für den Obama und die Democrats eingetreten sind? Würde nicht ein Rückzug aus dem Irak dem militanten Islam erlauben, einen Siegeszug über dem Nahen Osten und darüber hinaus anzutreten?

Wie kann man sich diesen Widerspruch erklären? Seit langem glaube ich, dass viele Liberals [=Democrats,  Anm.v.Füchsin] das Böse erst erkennen, nachdem es besiegt wurde. Heute schmähen Democrats wie Obama in seiner Rede den Kommunismus. Aber während der späten 60ger Jahren bis zum Ende des Kalten Krieges verurteilten sie selten den Kommunismus. Sie verurteilten Anti-Kommunisten. Liberale Democrats bezeichnen den Kommunismus heute regelmäßig als böse, aber als er eine aktuelle Bedrohung war, beschimpften sie diejenigen, die den Kommunismus böse nannten. Noch einmal: erinnern Sie sich an Ronald Reagen und die quasi weltweite Verurteilung seiner Bezeichnung „Reich des Bösen“ für die Sowjetunion.

Genauso ist es jetzt bezüglich des heute größten Bösen. - Um nur ein Beispiel zu nennen: nicht ein einziger Democrat hat in irgendeiner der Präsidentschafts-Vorwahl-Debatten den Ausdruck „islamischer Terrorismus“ verwendet.

Obama: „Als der letzte Krieg vorbei war, hätte leicht ein neuer Weltkrieg ausbrechen können. Alles was dem im Weg stand, war Berlin.“

In seinem Versuch, vor seiner riesigen Berliner Zuhörermenge die Rolle Berlins zu übertreiben, machte Obama eine Behauptung, die einfach keinen Sinn ergibt. Berlin „stand dem Ausbruch eines neuen Weltkriegs im Weg“? Wie das? Wenn schon, dann war Berlin der zentrale Krisenherd der Ost-West-Spannung und hätte daher einen Weltkrieg auslösen können.

Obama: „Völker dieser Erde: Schaut auf Berlin! Schaut auf Berlin, wo Deutsche und Amerikaner nur drei Jahre, nachdem sie auf dem Schlachtfeld einander gegenübergestanden sind, es gelernt haben, zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig zu vertrauen.“

Deutsche und Amerikaner haben nur „gelernt, zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig zu vertrauen“, weil Amerika und seine Verbündeten Deutschland besiegten, das Nazi-Regime stürzten, Demokratie und Freiheit einführten und eine Menge Soldaten in Deutschland stationierten. Warum wendet Obama dieses Lehrstück nicht auf den Irak an? Wenn die Amerikaner und die Irakis lernen, miteinander zu arbeiten und sich gegenseitig zu vertrauen, wird es auch diesmal dank Amerika und seinen Alliierten geschehen sein, die den islamischen Terrorismus besiegten, das Nazi-ähnliche Regime von Saddam Hussein stürzten, Demokratie und Freiheit einführten und eine Menge Soldaten, solange wie es nötig war, stationierten.

Obama: „Schaut auf Berlin … wo ein Sieg über die Tyrannei der NATO zur Geburt verhalf, dem besten Bündnis, das jemals zur Verteidigung unserer gemeinsamen Sicherheit geschlossen wurde.“

Hier wollte Obama seine Gastgeber nicht durch ein Stück Realität beleidigen: Viele der NATO-Partner Amerikas waren größtenteils nutzlos im Kampf gegen das Böse, angefangen beim Kommunismus, über Al Qaida, bis zu den Taliban. Vor ein paar Wochen hat das führende deutsche Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel’ berichtet, dass die deutschen Streitkräfte in Afghanistan unter strengem Befehl stehen, keinen Taliban zu erschießen, außer die deutschen Streitkräfte werden selbst beschossen. Daraufhin weigerten sich die Deutschen, einen führenden Taliban Mörder, der ihnen ins Blickfeld geraten war, zu erschießen, weil dessen Truppe nicht auf die Deutschen geschossen hatten – und ließen sie ihn so entwischen.

Obama: „Völker der Erde – Schaut auf Berlin, wo eine Mauer niedergerissen wurde, ein Kontinent zueinander fand und die Geschichte bewiesen hat, dass es keine Herausforderung gibt, die zu groß ist für eine Welt, die vereint zusammen steht.“

Die Mauer wurde niedergerissen, weil Amerika standhaft blieb, nicht weil die Welt vereint zusammen stand. Was er hier gesagt hat, war eine Phantasterei, die an John Lennon erinnert, das Gegenteil der Realität, was ein wenig beängstigend ist, wenn man bedenkt, dass dies aus dem Mund eines Mannes kam, der wahrscheinlich der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird.

Obama: „Während das 20.te Jahrhundert uns gelehrt hat, dass wir ein gemeinsames Schicksal teilen, bringt das 21.te Jahrhundert eine Welt zum Vorschein, die mehr miteinander verflochten ist, als irgend jemals in der Menschheitsgeschichte.“

Von all den Lehren, die wir aus dem 20.ten Jahrhundert ziehen, ist die Lehre, dass wir ein gemeinsames Schicksal teilen nicht unter den Top 10. Sie ist nicht einmal unter den Top 100.
Tatsächlich ist sie unwahr und inhaltsleer. Um nur ein offensichtliches Beispiel zu nennen: Haben diejenigen, die unter dem Kommunismus lebten und diejenigen, die unter dem demokratischen Kapitalismus lebten ein „gemeinsames Schicksal geteilt“? Worüber spricht Obama überhaupt?

Wenn uns das 20.te Jahrhundert etwas gelehrt hat, dann hat es uns gelehrt, dass gegen das Böse immer gekämpft werden muss.

Die Rede Obamas offenbart einen Mann, der einen guten Willen und edle Motive hat, der aber, was die Lehren aus der Geschichte betrifft und die Frage, was gegen das Böse zu tun ist, gefährlich naiv sein könnte .

Von Dennis Prager. Auf Townhall.com in Englisch veröffentlicht am 29. Juli 2008. Mit freundlicher Genehmigung übersetzt von Füchsin.
© Dennis Prager

Tags: U.S. Elections 2008 · USA

0 responses so far ↓

  • There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.

Leave a Comment